Schilddrüsenszintigraphie (Diagnostik und Therapie)

Die Schilddrüsenszintigraphie ermöglicht uns einen Einblick in den Stoffwechselprozess der Schilddrüse. Sie zeigt uns z. B. umschriebene Bezirke mit vermehrter oder verminderter Aktivität, die als „heiße“ oder „kalte“ Knoten bezeichnet werden. Eine Über- oder Unterfunktion kann teilweise unterschieden werden.

Einsatzgebiete

  • Schilddrüsen-Vergrößerung
  • „heiße“ oder „kalte“ Knoten
  • Prüfung der Schilddrüsenfunktion
  • Nachweis von Restgewebe nach einer Schilddrüsen OP
  • SC-Autoimmun-Erkrankungen bei SD-Antikörper-Entwicklung

Untersuchungsablauf

Die Untersuchung weist nur eine sehr geringe Strahlenbelastung auf, vergleichbar etwa einer Röntgenaufnahme der Lunge, dennoch vermeiden wie sie nach Möglichkeit bei Schwangeren und stillenden Frauen, sowie bei Jugendlichen. Meistens nach der Blutentnahme wird eine geringe Menge einer jodähnlichen, schwach radioaktiven Substanz (Technetium) gespritzt, die von der Schilddrüse vorübergehend aufgenommen wird. Die Untersuchung geschieht im Sitzen vor der Kamera und dauert 5 Minuten. Es wird ein Bild von der Schilddrüse aufgezeichnet, dass Aufschluss über die Funktion des Organs und insbesondere vorliegender Knoten gibt.

Mit dem Begriff „heiße“ Knoten bezeichnet man Anteile der Schilddrüse, die hyperaktiv, teilweise selbstständig arbeiten, unbeeinflusst von der Stoffwechsellage der Schilddrüse. Diese Knoten führen meistens zu einer Überfunktion, sind in der Regel ungefährlich und nicht bösartig. „Kalte“ Knoten hingegen sind inaktive Areale, die keine Schilddrüsenfunktion haben. Dahinter kann sich manchmal eine Bösartigkeit verbergen. Eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse wird meistens nicht beobachtet.

Zur Beurteilung der Schilddrüsensituation gehört die Ultraschalluntersuchung. Während die Schilddrüsen-Szintigraphie Auskunft gibt über die Schilddrüsenfunktion, liefert die Ultraschall-Untersuchung Erkenntnisse über Größe, Form und Knotenstruktur. Der Ultraschall dient nicht nur der exakten Größenermittlung und Erkennung von Unregelmäßigkeiten wie z. B. Knoten, sondern auch der Kontrolle der umgebenden Halsweichteile, insbesondere der zur Schilddrüse gehörigen Lymphknoten. Bei besonderen Fragestellungen können wir mit dem Ultraschall-Farbdoppler gezielt Aussagen über die Durchblutung der Schilddrüse und ihrer krankhaften Veränderung machen. Weiterhin unverzichtbar zur Basisuntersuchung gehört die Schilddrüsen-Hormonbestimmung inkl. Schilddrüsen-Antikörper wie TAK, MAK und TRAK. Dies ist notwendig, um eine Überfunktion, Unterfunktion, Autonomie, Autoimmun-Erkrankung und eine Neoplasie (Bösartigkeit) der Schilddrüse zu erkennen.

Wenn das ganze „Mosaik“ fertig zusammengesetzt ist, kann eine gut differenzierte, auf die jeweilige Schilddrüse angepaßte Beurteilung und genaue Behandlungsempfehlung erfolgen.

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