Myokardszintigraphie (Herzszintigraphie)

Myokardszintigraphie (Herzszintigraphie)

Eine Myokardszintigraphie ist ein zuverlässiges und schonendes Verfahren zur Beurteilung der Herzmuskeldurchblutung, welche mittels eines radioaktiv markierten Mittels sowohl unter Ruhebedingungen als auch unter körperlicher Belastung die Durchblutung des Herzes darstellen kann. Mit dieser Untersuchungsform ist es möglich ohne invasive (d. h. ohne medizinischen Eingriff) Maßnahmen, wie z. B. die Koronarangiographie (Herzkatheter), schlechter durchblutete Regionen des Herzens zu diagnostizieren. Während bei der Koronarangiographie die Gefäße, die den Herzmuskel mit Blut versorgen, dargestellt werden, wird mit der Myokard-Szintigraphie die Durchblutung der Herzmuskulatur selbst untersucht. So können Störungen der Blutversorgung des Herzens lokalisiert und auch ungefähr nach ihrem Ausmaß beurteilt werden. In der Regel werden diese Störungen durch Verengungen der Herzkranzgefäße verursacht. Eine nicht ausreichende Durchblutung des Herzmuskels kann zu einem Herzinfarkt führen.

Warum Myokard-Szintigraphie?

Typische Fragestellungen für eine Myokardszintigraphie können sein:

  • Abklärung von Auffälligkeiten im EKG wie z. B. Patient im Belastungs-EKG nicht belastbar oder nicht zuverlässig auswertbar
  • Erkennen von Durchblutungsstörungen am Herzen
  • Abschätzung des Herzrisikos vor Operationen
  • Beurteilung der Relevanz von bekannten Herzgefäßverengungen
  • Verlaufskontrollen bei koronarer Herzkrankheit (KHK), sowie neu aufgetretene Beschwerden bei bekannter KHK oder prognostische Beurteilung bei bekannter KHK
  • Unklare Atemnot, unklare thorakale Beschwerden
  • Beurteilung von Herzgefäß-Stents im Verlauf
  • Ausschluss von Herzminderdurchblutung als Ursache von Herzrhythmusstörungen oder Erregungsleitungsstörungen
  • Größenbeurteilung eines Herzinfarktes oder zur Klärung der Frage, ob im Randgebiet eines Infarktes noch vitales Gewebe vorhanden ist
  • zur Diagnostik sog. stummer (nicht bemerkter) Infarkte
  • Verlaufsbeurteilung bei einer medikamentösen Behandlung
  • Erfolgskontrolle einer sog. Ballondilatation, Stentimplantation oder Bypass-Operation

Wie läuft diese Untersuchung ab?

Bitte planen Sie für diese Untersuchung in unserer Praxis circa 5 Stunden ein.

Vor der Untersuchung findet ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit unserem Nuklearmediziner statt. In diesem Gespräch wird Ihnen der Untersuchungsablauf anhand Ihrer Vorgeschichte und Ihrer Beschwerden erklärt, auch werden all Ihre Fragen besprochen und geklärt.

Mit Beginn der Untersuchung wird Ihnen ein Zugang in eine Armvene gelegt. Dann führen wir bei Ihnen ein Belastungstest mittels Fahrrad-Ergometrie durch. Wir injizieren Ihnen eine gering strahlende radioaktiv markierte Substanz in der für Sie höchsten möglichen Belastung (Belastungsaufnahme).

Danach wird eine Pause von circa ½ Stunde erfolgen, in der Sie einen Snack zu sich nehmen sollten. Nach der Pause werden mit einer speziellen Kamera Aufnahmen erstellt, dies dauert ca. 20 Minuten.

Nach der ersten Aufnahme haben Sie ca. 3 Stunden Pause, in dieser Zeit sollte Ihr Herz wieder zur Ruhe kommen, deshalb wird in der Regel diese Zeit in unserer Praxis sitzend verbracht. Nach 3 Stunden wird Ihnen erneut eine gering strahlende radioaktiv markierte Substanz gespritzt und eine erneute Aufnahme erstellt (Ruheaufnahme).

Nach der Bildauswertung ihrer Aufnahmen werden Sie nochmal mit unserem Nuklearmediziner sprechen, in dem ihr Befund besprochen wird. Auch wird mit Ihnen besprochen, ob noch weitere Aufnahmen am selben Tag oder an einem zweiten Untersuchungstag erforderlich sind für eine sogenannte Ruheuntersuchung.

Welche Vorbereitung ist erforderlich?

  • Am Untersuchungstag bitte nüchtern kommen
  • In Absprache mit Ihrem Kardiologen oder Internisten bitte Kalzium-Antagonisten und Nitratpräperate am Vortag absetzen (wenn medizinisch vertretbar)
  • 2 – 3 Tage vor der Untersuchung Beta Blocker absetzen, ebenfalls in Absprache mit Ihrem Arzt
  • Insulinpflichtige Patienten bitten wir um Rücksprache mit unseren Mitarbeitern
  • Bringen Sie sich als Snack (möglichst fettige Nahrung wie z. B. Schokoriegel, Brot mit fettiger Wurst) zur Untersuchung mit

Werden die Kosten für diese Untersuchung von der Krankenkasse übernommen?

Ja, die Myokardszintigraphie ist eine Regelleistung aller gesetzlichen und privaten Krankenkassen.

zuletzt geändert am: 26.03.2018

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